Bunter – aber auch unsicherer geworden

Vogler
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Deutschland ist in den vergangenen Jahren deutlich bunter und aus vielerlei Gründen aber im öffentlichen Raum auch unsicherer geworden. Das gilt nicht nur zur Weihnachtszeit mit seinen stimmungsvollen Märkten und es ist auch nicht allein der Zuwanderung geschuldet. Auf den Weihnachtsmärkten gab es auch in den früheren Jahren recht unschöne Szenen, die meistens durch übermäßigen Genuss von Glühwein und anderen Alkoholika verursacht wurden.

Die Anschläge von Magdeburg und Berlin haben jedoch für eine andere Qualität beim Sicherheitsgefühl der Menschen gesorgt. Dass aus religiös-fanatischen Gründen die Besucher von Weihnachtsmärkten zu Tode kamen, das hat sich sehr tief in das Bewusstsein eingebrannt. Es wird sehr lange dauern ehe die Unbeschwertheit zurückkehrt, im Kreis von Familie oder Freundeskreis wieder diese Märkte zu besuchen, um bei Kerzenschein, warmen Getränken und Bratwurst der dunklen Jahreszeit ein Schnippchen zu schlagen und aktiv Vorfreude auf das bevorstehende Weihnachtsfest zu empfinden.

Zwischenzeitlich sind etliche dieser Märkte in Deutschland abgesagt worden. Die Organisatoren sahen sich nicht in der Lage, die Sicherheitsmaßnahmen zu finanzieren. Und bei den größeren Märkten leidet das Flair unter den Pollern, Betonklötzen und Sperranlagen, die Amokfahrten verhindern sollen. Wenn dann auch noch von interessierter Seite in den Innenstädten die verstärkte Präsenz der Sicherheitskräfte mit dem Hinweis kritisiert wird und anstatt dessen mehr Streetworker und Drogenkonsumräume gefordert werden, haben sich in der Tat unsere Stadtbilder verändert – und zwar nicht gerade vorteilhaft.

Es ist immer leicht, längst vergangenen Vorweihnachtszeiten nachzutrauern, als Lichtergirlanden in den Einkaufsstraßen eine besondere Stimmung verbreiteten. Nicht zu vergessen der Duft nach Braunkohlenbriketts, der aus nahezu allen Schornsteinen, in den späten 50er und Anfang der 60er Jahre die Luft schwängerte. Bei den älteren Menschen ist auch die Erinnerung von schneebedeckten Landschaften sehr verbreitet. Ein Blick in die Aufzeichnung der Metrologen belehrt uns jedoch eines Besseren: In den Nachkriegsjahren gab es überwiegend „grüne Weihnachten“: Seit 1950 gab es in Deutschland nur viermal flächendeckend weiße Weihnacht: 1962, 1969, 1981 und zuletzt 2010. Eine weiße Weihnacht ist also relativ selten, besonders in tieferen Lagen.

Zum Autor

Im Jahre 1971 startete Hans-Jörg Vogler (75) als nebenberuflicher Vereinsberichterstatter seine journalistische Karriere. Nach Stationen als Redaktionsleiter und Publizist mehrsprachiger, internationaler Kundenmagazine sowie als Autor von mehreren Büchern ist der gelernte Redakteur als "Freier Autor" aktiv. Von 1977 bis 2001 gehörte Vogler - mit einer kurzen Unterbrechung - als CDU-Abgeordneter dem Main-Kinzig- Kreistag an und war zehn Jahre lang CDU-Fraktionsvorsitzender in Erlensee. Partei und aktiver Politik hat er vor mehr als 20 Jahren den Rücken gekehrt. Er lebt heute mit seiner Familie in Biebergemünd.



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