Mehrarbeit – wozu?

Vogler
Typographie
  • Smaller Small Medium Big Bigger
  • Default Helvetica Segoe Georgia Times

Aktuell sind es mehrere Themen, die massiven Unmut bei Arbeitnehmern – aber auch bei den Menschen im Ruhestand auslösen: Eine Stunde mehr arbeiten und der Vorschlag, Zahnarztleistungen bei den gesetzlichen Krankenversicherungen zu streichen. Fangen wir mit dem letztgenannten Thema an. Schon heute müssen sehr viele – durchaus nützliche - Behandlungen des Gebisses ganz oder teilweise aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Obendrein gab es bei den Kassen zu Beginn dieses Jahres eine fühlbare Erhöhung der Zusatzbeiträge.

Wie verantwortliche PolitikerInnen in dieser Situation eine völlige Streichung der zahnärztlichen Kassenleistungen ernsthaft in Erwägung ziehen können, das dokumentiert das Leben in einer politischen Blase, in der nahezu jeder Bezug zur Realität verloren gegangen ist. Gerade die Zahngesundheit ist ein Thema, das die Menschen von frühester Jugend bis ins hohe Alter begleitet. Insbesondere für ältere Menschen sind die Kosten für hochwertigen Zahnersatz oft nicht aufzubringen. Dies beweisen die häufigen Reisen ins benachbarte Ausland, wo zahnärztliche Leistungen erschwinglicher als hierzulande sind. Hier lohnt sich möglicherweise eine Prüfung, ob Honorare der Zahnärzte anscheinend einer kritischen Würdigung bedürfen.

Was die Idee der einstündigen Mehrarbeit pro Woche angeht, streiten die Experten über den Wirkmechanismus. Natürlich kann auf diese Weise die Wirtschaft wachsen. Der größte Profiteur einer solchen Maßnahme wären staatliche Steuereinnahmen plus erhebliche Zuflüsse in die Sozialkassen. Der sogenannte „Steuerzahlergedenktag 2025“ fällt auf den 13. Juli. Bis zu dem jeweiligen Datum hat der durchschnittliche Steuerzahler ausschließlich für Steuern und Sozialabgaben gearbeitet und nicht für sich selbst. So gesehen ein gutes Geschäft für den Staat, wenn monatlich ein ordentliches Zubrot kommt.

Sowohl bei allen Kosten für das Gesundheitswesen als auch bei vielen anderen Staatsausgaben geht kein Weg an einer deutlich verbesserten Kosteneffizienz vorbei. Das gilt insbesondere für Leistungen an Personen, die als Migranten in Deutschland leben, keiner Arbeit nachgehen und von Staatswegen umfänglich alimentiert werden. Im Interesse von Millionen Beitrags- und Steuerzahlern wird sich Deutschland in naher Zukunft entscheiden müssen, ob es sich weiterhin als allumfassender Sozialstaat geriert oder als Einwanderungsland Abschied von vielen lieb gewordenen Sozialleistungen nimmt.

Zum Autor

Im Jahre 1971 startete Hans-Jörg Vogler (75) als nebenberuflicher Vereinsberichterstatter seine journalistische Karriere. Nach Stationen als Redaktionsleiter und Publizist mehrsprachiger, internationaler Kundenmagazine sowie als Autor von mehreren Büchern ist der gelernte Redakteur als "Freier Autor" aktiv. Von 1977 bis 2001 gehörte Vogler - mit einer kurzen Unterbrechung - als CDU-Abgeordneter dem Main-Kinzig- Kreistag an und war zehn Jahre lang CDU-Fraktionsvorsitzender in Erlensee. Partei und aktiver Politik hat er vor mehr als 20 Jahren den Rücken gekehrt. Er lebt heute mit seiner Familie in Biebergemünd.



PS: Sind Sie bei Facebook? Werden Sie Fan von WETTERAU.NEWS!

online werben