Mit deutlicher Kritik reagiert der Wetterauer Kreistagsabgeordnete Cenk Gönül (Freie Wähler) auf die Einführung des neuen Corporate Designs des Landes Hessen. Für die Entwicklung des neuen Logos wurden rund 290.000 Euro aus Steuermitteln aufgewendet. „Diese Summe mag auf den ersten Blick überschaubar erscheinen, doch sie bildet lediglich den Anfang einer Kostenkette, die bislang nicht transparent dargestellt wird“, erklärt Gönül.
Nach Einschätzung Gönüls ist davon auszugehen, dass mit der Einführung des neuen Designs erhebliche Folgekosten verbunden sind. Denn das neue Erscheinungsbild muss sukzessive im gesamten Landesbereich umgesetzt werden – von Briefpapier und Visitenkarten über Beschilderungen und Fahnen bis hin zu digitalen Anwendungen und Fahrzeugbeschriftungen. „Die Landesregierung spricht zwar von einem schrittweisen Austausch, vermeidet aber eine klare Aussage zu den tatsächlichen Gesamtkosten. Fakt ist: Diese werden sich über die kommenden Jahre sehr wahrscheinlich auf mehrere Millionen Euro summieren“, so Gönül weiter.
Besonders kritisch bewertet er den Zeitpunkt dieser Entscheidung. Während in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens gespart werde, insbesondere im Bildungssektor, setze die Landesregierung aus seiner Sicht die falschen Prioritäten. „Wir erleben derzeit Einsparungen und Diskussionen rund um Schulen, Lehrkräfte und den öffentlichen Dienst. Es fehlt an Personal, an Ausstattung und an Perspektiven. Gleichzeitig werden erhebliche Mittel in ein neues Erscheinungsbild investiert. Das ist für viele Bürgerinnen und Bürger nicht nachvollziehbar.“
Gönül betont, dass eine moderne Außendarstellung der Verwaltung grundsätzlich sinnvoll sein könne. Diese dürfe jedoch nicht zulasten zentraler Zukunftsbereiche gehen. „Ein starkes Land definiert sich nicht über ein neues Logo, sondern über die Qualität seiner Bildung, die Ausstattung seiner Schulen und die Motivation seiner Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Jeder Euro, der hier investiert wird, ist eine Investition in die Zukunft unseres Landes.“
Abschließend fordert Gönül mehr Transparenz seitens der Landesregierung sowie eine klare Prioritätensetzung zugunsten von Bildung und Infrastruktur: „Die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, welche tatsächlichen Kosten entstehen. Und sie erwarten zu Recht, dass in Zeiten knapper Kassen zuerst in die Zukunft unserer Kinder investiert wird – und nicht in ein neues Design.“
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