Gießener Rennfahrer in den Top 10 bei der MotoStudent 2025

Mit ihrem Motorrad haben die Gießener Motorsportler der THM als einziges deutsches Team das Finalrennen überstanden. Foto: THM

Motorsport
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Nach intensiver Vorbereitung hat das studentische Motorsport-Team der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) am Standort Gießen im Oktober am internationalen Wettbewerb „MotoStudent 2025" auf dem Circuit Motorland Aragón in Spanien teilgenommen. Die Mannschaft präsentierte ihr selbst konstruiertes Rennmotorrad in den technischen Prüfungen, dynamischen Disziplinen und im Rennen und erzielte am Ende einen starken 8. Platz im Finale sowie Platz 10 in der Gesamtwertung.

Acht Studierende, Prof. Dr.-Ing. Klaus Herzog, Ingenieur Michael Falgenhauer sowie Fahrer Fabian Fritzsch repräsentierten die THM Gießen und betreuten das Motorrad während der fünf Wettkampftage. Bereits beim ersten statischen Check mussten die Abmessungen, das Gewicht und Belastungsprüfungen am Chassis bestanden werden. Bei der ersten Lautstärkemessung zeigte das Prüfgerät eine zu hohe Geräuschentwicklung – nach gezielten Anpassungen in der Box und weiteren Testmessungen konnte das Team den Mangel noch am selben Tag beheben und den statischen Check erfolgreich abschließen. An Tag zwei standen die dynamischen Tests auf dem Programm: Ein offizieller Fahrer der Veranstaltung prüfte Fahrverhalten und Bremsleistung. Kritik an der Hinterradbremse führte zu kurzfristigen, aber wirkungsvollen Modifikationen – unter anderem profitierte das Team von einer selbst entwickelten, verstellbaren Fußrastenanlage, die schnelle Anpassungen erlaubte. So war auch der dynamische Test bestanden. Am Abend nutzte das Team den traditionellen Track Walk, um sich bei einem Spaziergang über den Parcours mit der knapp fünf Kilometer langen Strecke vertraut zu machen.

Die folgenden Tage brachten die ersten dynamischen Wettbewerbe: Bremstest, Gymkhana (Geschicklichkeitsparcours) und Beschleunigungsprüfungen. Nach einer ersten Runde, in der sich noch nicht alle Erwartungen erfüllten, wurde die Fahrwerksabstimmung weiter verfeinert. In der zweiten Testrunde zahlte sich die Arbeit aus: Das Motorrad zeigte deutlich gesteigerte Performance, im Bremstest reichte es sogar für Rang 2 in der Tageswertung. Zusätzliche Trainingssessions des Fahrers dienten der finalen Einfahr- und Rennvorbereitung. Das Qualifying wurde durch technische Probleme am Schaltmechanismus beeinträchtigt, sodass nicht die volle Einsatzzeit zur Verfügung stand. Trotzdem sicherte sich das Team mit Platz 13 einen direkten Startplatz für das Final Race. Am Finaltag herrschte frühmorgendliche Anspannung in der Box: letzte Checks, Motoraufwärmen und sorgfältige Vorbereitung bestimmten die Stunden vor dem Start. Beim 15-minütigen Warmup um 9:30 Uhr sammelte Fahrer Fabian Fritzsch wichtige Eindrücke zu Strecke und Maschine.

Im Finalrennen gelang Fritzsch ein starker Start: Von Position 13 arbeitete er sich bereits vor der zweiten Kurve auf Rang 9 vor und lieferte sich über neun intensive Runden enge Duelle mit Konkurrenzteams. Das Motorrad lief konstant, die Box und das Team verfolgten Runde für Runde die Renndaten – bis zur Zielflagge, die Fritzsch nach neun Runden als einziger Fahrer eines deutschen Teams überquerte. Mit dem 8. Platz im Finalrennen krönte das THM Gießen seine Woche voller harter Arbeit, Rennintelligenz und Teamgeist. Das Ergebnis ist Anerkennung für die rund zweijährige Entwicklungs- und Konstruktionsarbeit des Teams sowie für das Engagement der Studierenden und Betreuenden.

motostudent kg

Mit ihrem Motorrad haben die Gießener Motorsportler der THM als einziges deutsches Team das Finalrennen überstanden. Foto: THM



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