Erste Bilanz: 10 Polizisten bei AfD-Gegendemo in Gießen verletzt

Landkreis Gießen
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In Gießen findet an diesem Wochenende die Gründung der AfD-Jugendorganisation statt, mindestens 30.000 Menschen haben zu mehreren Gegendemonstrationen versammelt. Innenminister Roman Poseck (CDU( hat am Samstag in den frühen Morgenstunden zunächst die Befehlsstelle für den Einsatz der Polizei in Gießen im Polizeipräsidium Frankfurt besucht. Sodann hat er sich bei Gesprächen mit Einsatzkräften und einem Rundgang in Gießen ein Bild von der Lage in Gießen verschafft.

Zudem besuchte der Minister das Zentrale Versorgungszentrum in der Zalando-Zentrale und dankte den Einsatzkräften. Hier hat sich der Minister auch mit parlamentarischen Beobachtern getroffen.

Sodann äußerte sich Innenminister Roman Poseck wie folgt: „Der heutige Einsatz ist aus der Sicht der Polizei bislang erfolgreich verlaufen. Dies ist dem starken Kräfteaufgebot aus 15 Bundesländern und Bundespolizei sowie dem professionellen und besonnenen Vorgehen der Einsatzkräfte zu verdanken. Ich danke allen Beteiligten für ihr persönliches Engagement. Neben einem breit gefächerten friedlichen Protest gegen die AfD-Veranstaltung ist es auch zu erheblichen Gewalttätigkeiten und Rechtsbrüchen von AfD-Gegnern gekommen. Mehr als 25.000 Demonstranten waren bis in den Mittagsstunden vor Ort; die meisten davon friedlich. Bisher wurden 10 Polizisten im Einsatz leicht verletzt; einige durch Steinwürfe und Flaschenwürfe. Ich verurteile jeden einzelnen Übergriff scharf. Es ist eine Schande, dass diejenigen, die für Demokratie und Rechtsstaat im Einsatz sind, von vermeintlichen Fürsprechern der Demokratie angegriffen werden. 

Einsatz für unsere Demokratie ist richtig. Dieser muss aber auf dem Boden des Rechts, also ohne Gewalt und ohne rechtswidrige Verhinderungsaktionen, erfolgen. Es ist für die Demokratie schädlich und gefährlich, dass sich nicht alle Gegendemonstranten an die Grundlagen unseres Rechtsstaats halten. Aus meiner Sicht erweisen diese damit auch dem berechtigten Anliegen von Vielen, die Demokratie gegenüber Extremisten zu verteidigen, einen absoluten Bärendienst. Das Aktionsbündnis Widersetzen und andere vergleichbare Initiativen müssen ihr Vorgehen dringend ändern.

Dank der Polizei und ihrer akribischen Vorbereitung in den letzten Wochen konnte der Rechtsstaat bislang durchgesetzt werden. Dafür war es unter anderem auch notwendig, mehrere Blockaden mithilfe von Wasserwerfern aufzulösen. Die Polizei wird weiter mit einem starken Kräfteaufgebot vor Ort sein. Dass dies notwendig ist, zeigen auch aktuell neue Versuche, mit Gewalt zum Veranstaltungsort der AfD durchzubrechen. Ich danke schon jetzt allen Beteiligten, die sich für ein sichereres Demonstrationswochenende eingesetzt haben.“

Fotos: 5VISION.NEWS



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