Nachdem es am Dienstagabend (13.01.2026) zu einem Brand vor der Synagoge der jüdischen Gemeinde Gießen gekommen ist (wir berichteten) wurde noch am Abend ein 32-jähriger deutscher Staatsangehöriger wegen des dringenden Tatverdachts der schweren Brandstiftung sowie des Verwendens verfassungswidriger Kennzeichen festgenommen.
Dem Beschuldigten wird nach derzeitigem Erkenntnisstand vorgeworfen, zunächst mehrere auf der Straße befindliche und mit Pappe und Altpapier befüllte Rollcontainer in den Eingangsbereich der Synagoge geschoben und das darin befindliche Papier sowie die Container in Brand gesetzt zu haben. Darüber hinaus wird dem Beschuldigten vorgeworfen, im Zuge dessen den sog. "Hitlergruß" in Richtung der Synagoge gezeigt zu haben.
Aufgrund des zügigen Einschreitens eines Passanten konnte der Brand schnell gelöscht und ein Ausbreiten der Flammen auf das Wohngebäude sowie die Synagoge verhindert werden. Ein Zeuge sprach den Mann an und hielt ihn, zusammen mit einem weiteren Zeugen, bis zum Eintreffen der Polizei vor Ort fest. Im Zuge des Brandes entstand sowohl im Eingangsbereich der Synagoge, als auch am Gebäude selbst Sachschaden in bislang unbekannter Höhe.
Im Rahmen der Ermittlungen haben sich Hinweise auf eine psychische Erkrankung des Tatverdächtigen ergeben. Inwiefern dem Tatgeschehen eine gezielte politische Motivation zugrunde lag, ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen. Der Tatverdächtige wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Gießen am Nachmittag (14.01.2026) der zuständigen Haftrichterin des Amtsgerichts Gießen vorgeführt.
Diese ordnete die vorläufige Unterbringung des Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Aufgrund der laufenden Ermittlungen können derzeit keine weiteren Auskünfte erteilt werden.

Foto: 5VISION.NEWS
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