Bald lodern sie wieder an vielen Stellen im Land, die Osterfeuer. So beliebt das gesellige Beisammensein am Osterfeuer auch ist, die Feuer bergen einige Gefahren für die Natur.
Viele Tiere nutzen die Reisighaufen als Unterschlupf, einige Vögel brüten sogar in den geschichteten Haufen. „In unserer ausgeräumten Landschaft sind Totholzhaufen attraktive und wichtige Lebensräume für Insekten und Amphibien. Aber auch Vögel wie Rotkehlchen und Zaunkönig und Säugetiere wie Igel und Wiesel sind hier zu finden“ erklärt Maik Sommerhage, Landesvorsitzender des NABU Hessen. Um die Todesgefahr für Tiere zu vermeiden, sollte das Schnittgut entweder erst kurz vor dem Entzünden aufgestapelt oder vorher vollständig umgeschichtet werden, damit sich die Tiere frühzeitig in Sicherheit bringen können. Diese Handlungsweise entspricht auch den rechtlichen Vorgaben des Artenschutzes. Ältere Haufen aus dem vorherigen Jahr sollten dagegen nicht mehr angerührt und als Lebensraum dauerhaft erhalten werden.
Schnittholz und Reisig nicht verbrennen
Grundsätzlich sei es besser, Schnittholz und Reisig nicht zu verbrennen, sondern in der Landschaft zu belassen, so Sommerhage. Das Schnittholz lässt sich auch im Garten ideal einsetzen, um abwechslungsreiche Lebensräume für Tiere zu schaffen. Als Benjeshecke und Totholzhaufen bietet es einen guten Unterschlupf für viele Vögel und Kleintiere. Grobes Material am Boden bietet ausreichend Hohlräume bspw. für Igel, darüber aufgeschichtetes, feineres Deckmaterial dient als kleinere Unterschlupfmöglichkeit bspw. für Vögel und Insekten. Feinerer Grünschnitt kann auch stark zerkleinert in einem Komposthaufen im Garten, oder gemischt mit gröberen Teilen aus zerkleinerten Zweigen und Ästen als dünne Mulchschicht direkt auf den Boden aufgetragen werden, wodurch die Bodendurchfeuchtung gestärkt wird. Ebenso ist die Nutzung als untere Schicht für Hochbeete eine nachhaltige Option. Ungenutzte und unbehandelte Naturecken mit speziellen Nischen wie Reisighaufen, aber auch Laub- und Steinhaufen, Trockenmauern, Schmetterlingswiesen und offenen Lehmstellen bieten vielen Wildtieren Nahrung und Unterschlupf.
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