Die Altenstädter Gesellschaft für Geschichte und Kultur hatte eine erstaunliche Führung bei der EZB organisiert.
Die Führung begann am Martin Elsässer Platz, mit einem anschliessenden Rundgang über das Gelände der Weseler Werft, und führte die Gruppe schließlich zur EZB. Nach einer umfangreichen Sicherheitskontrolle auf dem Gelände ging es dann zur ehemaligen Großmarkthalle, einem architektonischen Meisterwerk, das in den 1920er Jahren unter der Leitung von Martin Elsässer konzipiert und erbaut wurde. In den Kriegsjahren erfolgten von hier auch die Juden Deportationen. Später wurde sie wieder als Großmarkthalle genutzt und diente bis 2004 als zentraler Umschlagplatz für den Warenhandel. Dank ihrer Bedeutung für die Stadt wurde sie in den modernen EZB – Komplex integriert, ohne ihre architektonische Eigenständigkeit zu verlieren. Diese Einbindung in das visionäre Bauprojekt, das vom österreichischen Architekturbüro Coop Himme(l)blau entworfen wurde, hat die Teilnehmenden sehr beeindruckt.
Die mit einer Glashülle ummantelten Doppeltürme der EZB beeindrucken schon von außen, durch die sich immer wieder verändernden Spiegelung von Wolken, Himmel und Stadt in der Fassade. Beide Doppeltürme sind mit großen Fachwerkbalken verbunden, um die Steifheit zu sichern. Sie gelten auch als Symbol der Vereinigung Europas und in Erinnerung an das zerstörte World Trade Center. 165 m und 185m hoch, bieten die beiden Türme ca. 2500 Mitarbeitern aus allen Teilen Europas Platz, während in die Großmarkthalle die Konferenzräume, das Pressezentrum und ein öffentlicher Bereich integriert wurden. Besonders faszinierend ist die „Glashaut“ des Turmes, welche das Licht und die Wolken durch die Kurvungen auf besondere eindrucksvolle Art reflektiert.
Die Verschmelzung der historischen Substanz mit der futuristischen Architektur spiegelt sowohl die wirtschaftliche Tradition als auch die zukunftsorientierte Rolle der Bank wider. Die Verwaltung des EURO, die Sicherstellung der Preisstabilität im Euroraum und die Überwachung der Finanzmärkte in den Mitgliedsländern, sind Aufgaben, die von der EZB wahrgenommen werden. Die Exkursion bot den Teilnehmenden nicht nur einen umfassenden Einblick in die Architektur der EZB, der Gebäudekomplex kostete ca. 1,4 Mrd. EUR, sondern auch in die Aufgaben und deren Rolle in der europäischen Wirtschaft. Alle waren sich abschließend einig, dass sie auf einem „stabilen europäischen Fundament“ steht. Eine sehr gelungene und erinnerungswürdige Veranstaltung des Geschichts- und Kulturvereins in Altenstadt.
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