Die Initiative für Vielfalt und Demokratie in Altenstadt e.V. und Kulturplus Altenstadt e.V. haben am vergangenen Samstag eine gemeinsame Aktion zur Reinigung und Pflege der Stolpersteine in der Gemeinde durchgeführt. Insgesamt 25 Stolpersteine sind bisher in Altenstadt, Höchst a.d.N. und Lindheim an sieben verschiedenen Stellen verlegt werden. Sie erinnern an die jüdischen Mitmenschen und Nachbarn, die Opfer des Nationalsozialismus wurden. Die Teilnehmer der Aktion setzten nicht nur ein Zeichen des Gedenkens, sondern machten auch deutlich, wie wichtig es ist, die Erinnerung wach zu halten.
Die Aktion startete am Rathaus in Altenstadt, wo Bürgermeister Dominic Imhof die engagierten Bürger begrüßte. Anschließend fuhren die Teilnehmer gemeinsam mit dem eigenen Fahrrad und dem Velo-Taxi nach Höchst an der Nidder und weiter nach Lindheim und beendeten die Route wieder in Altenstadt. An jedem Ort berichteten der Vorsitzende der Initiative für Vielfalt und Demokratie, Sven Müller-Winter, und der Vorsitzende von Kulturplus Altenstadt, Hans Erich Seum über das Leben und die Schicksale der jüdischen Mitmenschen, denen mit den Stolpersteinen gedacht wird.
„Die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus ist immer auch eine Mahnung an die heute Lebenden und für die Zukunft“, betonte Sven Müller-Winter. „Wir dürfen nicht vergessen, wie wichtig es ist, sich gegen Antisemitismus und Rassismus einzusetzen. Es gilt für die Würde jedes einzelnen Menschen und eine offene Gesellschaft in einer freiheitlichen Demokratie einzutreten.“ Mit diesen Worten unterstrich Sven Müller-Winter die Bedeutung der Stolpersteine als Zeichen gegen das Vergessen und für die Wahrung der Menschenrechte.
Der Vorsitzende von Kulturplus Altenstadt, Hans Erich Seum, fügte hinzu, wie sehr ihn das Schicksal der Opfer des Nationalsozialismus berührt habe. Es sei wichtig, ihre Geschichten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. „Diese Aktion erinnert uns daran, dass wir die Würde aller Menschen achten und uns für ein gemeinschaftliches Miteinander einsetzen müssen – mit Toleranz, Respekt und gegenseitiger Wertschätzung“, sagte er. Für ihn sei es eine Herzensangelegenheit, mit solchen Aktionen das Bewusstsein für die Vergangenheit wachzuhalten und gleichzeitig einen Impuls für die Zukunft zu setzen.
Die Aktion wurde durch die Teilnahme engagierter Bürgerinnen und Bürger unterstützt, die sich damit aktiv für das Andenken an die Opfer und für eine lebendige Erinnerungskultur in Altenstadt einsetzen. Diese Pflege der Stolpersteine ist mehr als nur eine Reinigungsarbeit; sie ist ein Ausdruck der Solidarität mit den Opfern und eine Aufforderung, die Schrecken der Vergangenheit nicht zu vergessen.
Die Initiative für Vielfalt und Demokratie in Altenstadt und Kulturplus Altenstadt e.V. rufen in diesem Zusammenhang auch weiterhin zu Spenden auf, um die Finanzierung weiterer Stolpersteine zu ermöglichen. Jeder Stolperstein wird individuell gefertigt und kostet etwa 120 Euro. Spenden zur Unterstützung dieser wichtigen Erinnerungsarbeit sind auf das Konto der Initiative für Vielfalt und Demokratie (IBAN: DE 57 5066 1639 0004 6975 29, VR-Bank Main-Kinzig-Büdingen eG) willkommen.


Teilnehmer der gemeinsam Aktion zur Pflege der Stolpersteine mit Hans Erich Seum (3. von links), Vorsitzender von Kulturplus Altenstadt und Sven Müller-Winter (5. von links), Vorsitzender der Initiative für Vielfalt und Demokratie in Altenstadt.
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