Mathilden-Hospital in Büdingen: Zukunft als Notfallzentrum?

Büdingen
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Der Ärger über die Schließung des Mathilden-Hospitals ist in den Reihen der FWG Büdingen weiterhin ungebrochen groß. "Betreiber und Landesregierung haben gemeinsam konsequent Fakten geschaffen. Die Antworten der Landesregierung auf die Fragen der FDP Fraktion im hessischen Landtag (wir berichteten) bestätigen unsere Vermutungen. Die Schlussfolgerungen der FDP sind richtig. Bereits seit dem 12. Dezember wusste man im Gesundheitsministerium sehr genau, was Bergman plant und es ist davon auszugehen, dass es noch sehr viel früher bekannt war. Derzeit scheint es wenig Chancen zu geben, diese Entscheidungen zu ändern. Die Meinungsbildung ist in den Reihen der CDU/SPD Landesregierung abgeschlossen, aber wir erwarten nun, dass die politischen Entscheider ebenfalls den Mut haben, sich am 03. September in Büdingen den Fragen der Bürger zu stellen", schildern Ulrich Majunke und Thomas Appel ihre Eindrücke.

Unabhängig hiervon werde man in den Reihen der FWG Büdingen mit verschiedenen Anträgen ein großes Augenmerk gezielt auf die Notfall- und Gesundheitsversorgung in der Region Büdingen lenken. „Wir wollen, dass die Bürgerinnen und Bürger wissen und sehen, dass eine andere Gesundheitspolitik möglich ist, wir darüber hinaus der Überzeugung sind, dass es die Möglichkeit zu Kompromissen gegeben hätte und eine Klinikrettung möglich gewesen wäre.  Leider wurden die Absichten zur Klinik-Schließung gezielt vorbereitet und ohne Bereitschaft zur Zusammenarbeit umgesetzt. Ein Fortbestand des Mathilden-Hospitals war zu keinem Zeitpunkt vorgesehen und genau diesen Tatbestand kritisieren wir in schärfster Form. Auf dieses Ziel wurde auch das Gutachten ausgerichtet. Hätte die ehrliche Absicht zu einer Klinikrettung bestanden, hätten Landesregierung und Bergman das Gespräch mit dem Wetteraukreis oder der Stadt Büdingen gesucht. Zu keinem Zeitpunkt hat es einen solchen Versuch gegeben und aus unserer Sicht hat damit insbesondere die CDU-geführte Landesregierung ihre Wahlversprechen gebrochen.

Mit Blick auf die weiteren Entwicklungen macht die FWG Büdingen ebenfalls deutlich, dass man nun im Rahmen der eigenen Möglichkeiten entsprechende Initiativen starten werde. "Die Notfall- und Gesundheitsversorgung der Menschen in unserer Region bleibt unser zentrales Thema. Wir sind davon überzeugt, dass der Wetteraukreis seine gesetzlichen Verpflichtungen im Rahmen der Hilfsfristen gerecht werden wird. Das DRK Büdingen oder die Malteser sind hervorragend geführte Rettungsdienste. Sie werden diesen Auftrag professionell erfüllen. Daran besteht kein Zweifel. In der Kette einer guten Notfallversorgung sind sie ein erster wichtiger Bestandteil. Weitere wichtige Punkte müssen allerdings folgen und diese entziehen sich dem Einfluss der Rettungsdienste.  Das Büdinger Krankenhaus mit seinen technischen Möglichkeiten sollte im Rahmen einer Grundversorgung weiterhin zu jeder Tag- und Nachtzeit angefahren werden können. Bereits jetzt erreichen uns erste Hinweise von Bürgern, die auf lange Kranken-Transporte hinweisen. Gleiches gilt für ebenso lange Wartezeiten in den Notfallaufnahmen der umliegenden Krankenhäuser. "Das Gutachten und die Zahlen der Hessen Agentur mögen in der Theorie der Landesregierung und ihren internen Gesprächszirkeln funktionieren, in der Realität des Klinik-Alltags und der Lebenswirklichkeit der Menschen ist das allerdings völlig anders. Dass die Landesregierung dennoch den Zahlen der Hessen Agentur unkritisch gefolgt ist, zeigt in unseren Augen überdeutlich die Distanz der Politik zu den Menschen. Man gewinnt zunehmend den Eindruck, dass die verantwortlichen Politiker gar nicht wissen oder nicht wissen wollen, was sich in den Kliniken abspielt. 

Unabhängig hiervon soll der Magistrat der Stadt Büdingen nun möglichst kurzfristig mit Bergman prüfen, ob sich das Mathilden Hospital im Rahmen der geplanten Reformen der Bundesregierung als Standort für ein integriertes Notfallzentrum eignet. Hierzu müssen bereits jetzt die Gespräche mit dem Betreiber, Bund, Land und weiteren Akteuren folgen. Büdingen sollte sich frühzeitig als mögliches Pilotprojekt bewerben. Im Kern ist es eines der vielen Maßnahmen, die wir nun für Büdingen und  vor allem für ein Mindestmaß an Notfallversorgung der Menschen in der Region Büdingen einfordern werden. Weitere Anträge und Initiativen der Freien Wähler werden zur Gesundheitsversorgung in Büdingen folgen", kündigen Ulrich Majunke und Thomas Appel an.



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