Mit großer Verärgerung und tiefer Enttäuschung nimmt die FWG-Fraktion zur Kenntnis, dass Bergman Clinics erneut Kürzungen am medizinischen Angebot des Mathilden-Hospitals – inzwischen Mathilden Gesundheitszentrum – beschlossen hat. Nach der bereits im vergangenen Jahr erfolgten Teilbetriebsschließung folgt nun der nächste Einschnitt: Die Fachbereiche Innere Medizin sowie Orthopädie und Unfallchirurgie werden eingestellt, während Notaufnahme und Intensivstation schon zuvor aufgegeben wurden.
Damit verliere Büdingen weitere Säulen der wohnortnahen Grund- und Akutversorgung – in einer Region, in der viele Menschen dringend auf schnelle Hilfe im Ernstfall angewiesen seien.
Besonders kritisch bewertet die FWG die wiederholte Kommunikationspolitik des Unternehmens: "Schon beim Aus der stationären Versorgung im vergangenen Jahr gab es heftige Kritik an der Intransparenz und am Verhalten der CDU-geführten Landesregierung, die die Schließung letztlich genehmigte. Ebenso war die Landesregierung an der fehlenden Informationspolitik aktiv beteiligt. Diese CDU-Politik war und ist eine riesige Enttäuschung für die Menschen in unserer Region“, betont der FWG-Fraktionsvorsitzende Ulrich Majunke. Viele Bürger fühlten sich in ihren Befürchtungen eines weiteren Abbaus medizinischer Leistungen in unserer Stadt bestätigt.
Aus Sicht der FWG hätte es die Entscheidungen zur Schließung des Krankenhauses aus vielen guten Gründen so nicht geben dürfen: "Dass nun offensichtlich erneut ohne frühzeitige Information weitere Änderungen vollzogen werden, verstärkt den Eindruck eines untragbaren Gesamtbildes. In einer Anfrage befasst die FWG Büdingen den Magistrat mit dem Thema. Der Bürgermeister und der Magistrat sind jetzt gefordert, offenzulegen, wann sie von den Plänen erfuhren und ob Bergman Clinics in städtischen Gremien im Vorfeld überhaupt Stellung bezogen hat. Mit der Aufgabe von Innerer Medizin und Unfallchirurgie gehen zentrale medizinische Kompetenzen verloren. Aufgabe der Stadt ist es nun, gemeinsam mit allen Partnern verstärkt nach Alternativen zu suchen, um Versorgungslücken zu schließen. Gleichzeitig habe das neue Fachgremium zur Gesundheitsversorgung klare Arbeitsaufgaben. Auch wenn es keine originäre Aufgabe der Stadt sei, werde immer deutlicher, dass sich die städtischen Gremien, aber insbesondere der Bürgermeister Benjamin Harris (CDU) sehr viel stärker einbringen muss."
Die FWG sieht in dieser Entwicklung jedenfalls eine nachhaltige Schwächung des Medizinstandortes: "Mit dem Verlust von Fachabteilungen und Fachärzten droht Büdingen nicht nur an Kompetenz einzubüßen, sondern auch weiter an Attraktivität als Wohn- und Versorgungsort. Umso wichtiger wird jetzt das kommunale Fachgremium zur Gesundheits- und Notfallversorgung. Der Bürgermeister hat den klaren Auftrag, zusammen mit Ärzten, Rettungsdienst, Landkreis, Nachbarkommunen, Krankenkassen und Patientenvertretern tragfähige Strategien zu entwickeln. Sollte dies nicht vorangebracht werden, müsse die Stadtverordnetenversammlung Vertreter in das Gremium entsenden. Überdies habe er die Aufgabe die Interessen der Stadt Büdingen und seiner Bürger deutlicher zu vertreten.
Die FWG hebt hervor: "Der Schutz der Bürgergesundheit muss Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben. Nach der Teilbetriebsschließung im vergangenen Jahr ist die jetzige Entwicklung allerdings trotz aller Versprechen eine weitere schwere Enttäuschung."

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