Bad Nauheim legt Grundstein für stadtweite Wärmeplanung

Das Kalte-Nahwärme-Netz der Stadtwerke leistet bereits einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen und lokalen Wärmeversorgung in Bad Nauheim (Copyright Stadtwerke Bad Nauheim)

Bad Nauheim
Typographie
  • Smaller Small Medium Big Bigger
  • Default Helvetica Segoe Georgia Times

„Bad Nauheim gehört zu den ersten Kommunen in der Wetterau, die ein stadtweites Konzept zur Wärmeplanung entwickeln. Damit wollen wir die Wärmewende proaktiv gestalten, Standortvorteile schaffen und den Menschen in der Stadt Orientierung, Sicherheit und frühzeitige Chancen bieten“, erklärt Bürgermeister Klaus Kreß.

In dieser Woche beschäftigt sich die Stadtpolitik mit dem Grundlagenpapier: Nach dem Ausschuss für Bau, Planung und Grünwesen wird auch der Haupt- und Finanzausschuss über den von der Stadt und den Stadtwerken erarbeitete Konzeptentwurf beraten, bevor die Öffentlichkeit umfassend eingebunden wird.

Was beinhaltet die kommunale Wärmeplanung?
Die kommunale Wärmeplanung bildet den ersten und wichtigsten Schritt hin zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung in Bad Nauheim. Sie zeigt Eignungsgebiete für den Wechsel auf erneuerbare Energien beim Heizen und erste grundsätzliche Lösungsansätze zur Wärmeversorgung auf. „Klar ist aber auch, dass zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststeht, welche Heizlösung für einzelne Immobilien ideal ist“, erklärt Heiko Heinzel, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung. „Gemeinsam mit der Stadtgesellschaft und den Stadtwerken Bad Nauheim, als unserem lokalen Versorgungsunternehmen, werden wir auf Basis der kommunalen Wärmeplanung bezahlbare Lösungen entwickeln“, betont der städtische Planungschef.

Wärmebedarf über lokale Quellen decken
Konkrete Eckdaten liefert das Konzept dennoch: Wie schon in der Treibhausgasbilanz der Stadt gezeigt, stammen rund drei Viertel des CO2-Ausstoßes in Bad Nauheim aus der Wärmeversorgung im Wohnsektor. Hier anzusetzen, gilt als einer der größten Hebel für die Wärmewende, zumal derzeit etwa 80 Prozent des Wärmebedarfs durch Erdgas gedeckt werden. Das erklärte Ziel ist, den Wärmebedarf so schnell wie möglich durch lokale Energiequellen zu decken. Das fördert die Wertschöpfung vor Ort und entspricht den übergeordneten städtischen Konzepten – wie dem integrierten Klimaschutzkonzept und der Nachhaltigkeitsstrategie „Ein Donut für Bad Nauheim“ – für ein klimaneutrales Versorgungsszenario im Jahr 2045.

Wie kann Stadtgesellschaft die Wärmewende mitgestalten? Unterstützt wurden die Stadt und die Stadtwerke bei der Konzepterarbeitung von der Greenventory GmbH aus Freiburg im Breisgau. Der Berichtsentwurf wird im Juli und August für rund sechs Wochen zur Einsicht und für Stellungnahmen offengelegt. Am 23. August ist zudem eine große Bürgerinformationsveranstaltung geplant. Der Berichtsentwurf wird auch online einsehbar sein. Der finale Wärmeplan soll im Oktober der Stadtverordnetenversammlung zur Abstimmung vorgelegt werden. Mit dem politischen Beschluss beginnt anschließend die Phase der konkreten Umsetzung – gemeinsam mit allen Beteiligten in den Quartieren. 



PS: Sind Sie bei Facebook? Werden Sie Fan von WETTERAU.NEWS!