Freie Wähler besuchen Stadtwerke Bad Nauheim

Foto: Freie Wähler Bad Nauheim 

Bad Nauheim
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Im Rahmen ihrer Besuchstour war die Fraktion der Freien Wähler Bad Nauheim zu Gast bei den Stadtwerken Bad Nauheim. Das 1879 gegründete Unternehmen ist ein 100-prozentiges städtisches Versorgungsunternehmen und damit ein zentraler Pfeiler der kommunalen Daseinsvorsorge.

Im Mittelpunkt des Austauschs stand die Energiewende und die damit verbundenen wirtschaftlichen Herausforderungen. Derzeit stammen noch rund 90 Prozent der Wärme aus fossilen Energieträgern – überwiegend aus Gas. Gleichzeitig erwirtschaften die Stadtwerke aktuell rund 55 Prozent ihres Gesamtergebnisses im Gasbereich. Dieses Geschäftsmodell wird jedoch perspektivisch nicht unbegrenzt tragfähig sein. Der Wegfall von Ergebnisgarantien muss durch neue Geschäftsfelder kompensiert werden. Dass die Transformation verantwortungsvoll vorbereitet wird, zeigt sich unter anderem daran, dass bereits entsprechende Rückstellungen bilanziell berücksichtigt werden.

Strategische Schwerpunkte setzen die Stadtwerke derzeit auf: E-Mobilität, Energiedienstleistungen sowie Erneuerbare Energien. Gerade bei den erneuerbaren Energien liegt der Fokus auf regionaler Wertschöpfung und Bürgerbeteiligung in Bad Nauheim. Ziel ist es, Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit zu stärken und die wirtschaftlichen Effekte vor Ort zu halten. Ein zentrales Instrument für die künftige Netzplanung ist der sogenannte „digitale Zwilling“, der gemeinsam mit der Technischen Hochschule Mittelhessen entwickelt wurde. Diese digitale Simulation der Bad Nauheimer Energieinfrastruktur ermöglicht es, genau zu analysieren, wo durch den Ausbau von Photovoltaik, Wärmepumpen oder Wallboxen künftig Netzverstärkungen erforderlich werden. Damit schaffen die Stadtwerke eine fundierte Planungsgrundlage für die zunehmende Dezentralisierung der Energieversorgung und sorgen frühzeitig für Versorgungssicherheit.

Die kommunale Wärmeplanung bildet den Grundbaustein der Energiewende. Der Wohnsektor spielt dabei eine Schlüsselrolle. Eine besondere Herausforderung wird die perspektivische Eingrenzung und Transformation der Gasnetze sein – eingebettet in eine langfristige Energietransformationsplanung. Neben dem Ausbau der Wärmepumpentechnik prüfen die Stadtwerke innovative Ansätze zur lokalen Wärmegewinnung. Dazu zählen die Nutzung von Abwärme aus dem Klärwerk sowie weitere Potenziale im Stadtgebiet. Ziel ist es, lokale Ressourcen konsequent zu nutzen und fossile Energieträger schrittweise zu ersetzen. Gleichzeitig entwickeln sich die Stadtwerke zunehmend zum modernen Energiedienstleister. Zum Produktportfolio gehören unter anderem Wärmepumpenangebote, ein Energie-Konfigurator zur individuellen Tarif- und Produktgestaltung sowie eine eigene Stadtwerke-App. Damit werden Bürgerinnen und Bürger aktiv in die Energiewende eingebunden.

Auch im Bereich Elektromobilität sind die Stadtwerke bereits weit fortgeschritten: Rund 70 Prozent des eigenen Fuhrparks sind vollelektrisch, sechs Stadtbusse fahren bereits rein elektrisch. Über die Tochtergesellschaft ENSEV GmbH werden rund 100 Ladepunkte im Stadtgebiet betrieben, darunter zehn Schnellladepunkte; weitere sind im Aufbau. Ein neues Busdepot mit öffentlichem Ladepark soll Ende 2025 in Betrieb gehen.

Die Fraktion zieht ein positives Fazit des Besuchs, so Matthias Lüder-Weckler, Vorsitzender der Freien Wähler: „Die Stadtwerke stehen vor großen strukturellen Veränderungen. Gleichzeitig beeindruckt die strategische Klarheit, mit der neue Geschäftsfelder aufgebaut und regionale Wertschöpfung gesichert werden. Als 100- prozentiges kommunales Unternehmen sind die Stadtwerke ein unverzichtbarer Partner für Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Stabilität in unserer Stadt.“ Wir bedanken uns bei Dr. Reichel ( Geschäftsführer Stadtwerke) und Karl Umsonst (stellvertretender Leiter Projektmanagement) für die umfassenden Informationen beim Besuch.

fwbnstadtwerke kg

Foto: Freie Wähler Bad Nauheim 



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