Medizinische Versorgung: FWG Büdingen fordert eigene Ideen

Ulrich Majunke (links) und Liam Ulrich.

Büdingen
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Die FWG Büdingen teilt die Unzufriedenheit und Kritik der Bürger an der Teilschließung des Mathhilden-Hospitals. In einer gemeinsamen Pressemitteilung betonen der FWG-Vorsitzende Liam Ulrich und der Fraktionsvorsitzende Ulrich Majunke: „Der Informationsabend hat unsere Sorgen keineswegs beseitigt und unsere kritische Haltung zu den Vorgängen nachhaltig bestätigt.“ Ulrich Majunke ärgert sich darüber, dass die verantwortlichen Entscheidungsträger der CDU geführten Landesregierung der Einladung zum Info-Abend nicht gefolgt sind.

„Man muss sich seiner Verantwortung stellen, aber kein Landtagsabgeordneter wollte an diesem Abend Rede und Antwort stehen.  Das ist in unseren Augen ein Armutszeugnis und als Steigerung gab es durch den verantwortlichen Geschäftsführer von „Bergman Clinics Germany“ kein einziges Wort der Selbstkritik. Fehler im Management und der Unternehmensführung scheint es offensichtlich nicht gegeben zu haben. Dieses Selbstverständnis macht uns sprachlos.“

Nach Auffassung der FWG war spätestens im Jahr 2023 auch in den Reihen der Landesregierung eine drohende Betriebsschließung des Mathilden Hospitals bekannt. Liam Ulrich sagt dazu: „Dort hat man die Dinge jedoch einfach laufen lassen. Weder innerhalb der Landesregierung noch auf Seiten von Bergman Clinics sah man die Notwendigkeit, den Landkreis oder die Stadt Büdingen über die kritische Situation der Klinik zu informieren. Das ist für uns ein unverzeihlicher Vorgang. Stattdessen wird nun der politische Appell formuliert, man möge nunmehr nach vorne schauen und die Ereignisse der vergangenen Monate ad acta legen. Diese Formulierung setzt dem Ganzen nun wirklich die Krone auf.“

Ulrich Majunke ergänzt: „Wir werden als FWG Büdingen diesem Ansinnen nicht folgen, denn der Blick nach vorne darf die Aufmerksamkeit für die Verantwortlichkeiten der Betriebsschließung und der Massenentlassung im Mathilden Hospitals nicht verstellen. Jetzt einfach zur Tagesordnung über zu gehen, halten wir für einen großen Fehler. Wir sind vielmehr der Überzeugung, dass die Dinge im Interesse der Bürger aufgearbeitet werden müssen. Ziel sollte es sein, intensiver über die Neuausrichtung der Gesundheitsversorgung in der Region zu sprechen. Das sind unsere Erkenntnisse aus der Sprach- und Tatenlosigkeit im Vorfeld der Krankenhausschließung.  Büdingen muss sich mit eigenen Ideen und möglicherweise auch finanzieller Unterstützung an einer besseren medizinischen Versorgung in der Region beteiligen. Ein Lichtblick sind für uns dieser Hinsicht die Bestrebungen des Wetteraukreises durch eine Neuausrichtung des Rettungsdienstes auf das geschlossene Krankenhaus zu reagieren. Hier wird sehr viel getan. Ähnlich sehen wir die Bestrebungen von Bergman, das Medizinische Versorgungszentrum auszubauen, aber beide Aspekte wiegen die Schließung des Krankenhauses und den Verlust der ortsnahen stationäre Versorgung der Bürger nicht auf. Eine rund um die Uhr besetzte Notfallaufnahme fehlt. Diese und viele weitere Punkte müssen thematisiert werden.“ 

Für den Vorstand der FWG Büdingen betont Liam Ulrich: „Unsere politische Haltung ist darüber hinaus, dass die Qualität der Patientenversorgung nicht vom Wohnort abhängig sein darf. Dem Krankenhaus kommt hierbei – insbesondere in einer älter werdenden Gesellschaft - eine herausgehobene Bedeutung zu. Es garantiert der ansässigen Bevölkerung medizinische Versorgung und wirkt sich darüber hinaus auf die Versorgungsqualität aus. Als Freie Wähler wollen wir hierfür auch auf Länderebene die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung stellen. Bund und das Land Hessen hätten bereits vor mehreren Jahren mit einem Klinikrettungsplan auf die Situation der ländlichen Krankenhäuser reagieren müssen. Es ist eine Frage des politischen Willens und der ist in den Reihen der CDU geführten Koalitionen auf Bundes- und Länderebene in den vergangenen Jahren nicht erkennbar gewesen. Man hat die Dinge einfach laufen lassen.“  Die aktuelle Krankenhaus-Reform der Ampel setzt diesen Kurs nach Auffassung der FWG Büdingen unvermindert fort. Notwendig wäre es hingegen, so die Freien Wähler, mehr Geld in das System zu transferieren, die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung als eine der wichtigsten politischen Aufgaben zu verstehen und anschließend in der richtigen Reihenfolge die notwendigen Reformen anzustoßen.  Das Krankenhaus Büdingen sei nun leider ein gegenteiliges Beispiel. Das Opfer einer kalten Strukturbereinigung statt einer geordneten Reform hin zu einem Versorgungszentrum und einer rund um die Uhr besetzten Notaufnahme.



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