Remigiuskirche in Büdingen: Irritierende Lobeshymnen und Erklärungen

Büdingen
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Die FWG Büdingen findet die jüngsten Lobeshymnen der CDU auf Bürgermeister Benjamin Harris ausgesprochen irritierend und unangebracht. Die Wiedereröffnung der Remigiuskirche sei ohne Zweifel eine gute Nachricht – doch dass die provisorische Sicherung und Öffnung fast drei Jahre in Anspruch genommen habe, dürfe nicht schöngeredet werden.

"Über einen viel zu langen Zeitraum war die zentrale Trauerkirche Büdingens geschlossen. Für viele Familien war das schwer zu ertragen und hat das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Stadt erheblich belastet. Vor diesem Hintergrund wirken die Erklärungen der CDU, die den Stillstand mit „Takt und Gespür“ verklären, wenig hilfreich – zumal die endgültige Sanierung der Kirche noch aussteht und eine erneute Sperrung zu erwarten ist. Die CDU schreibt in ihrer Presseerklärung: 'Manchmal muss man Dinge auch bis zum erfolgreichen Ende aushalten, dafür braucht es einen langen Atem und auch etwas Takt und Gespür'. Mit Blick auf die vielen trauernden Familien ist diese Formulierung „eines langen Atems“ wenig sensibel und unangemessen. Tatsache ist auch: Es war unmittelbar nach der Schließung die Stadtverordnetenversammlung, die mit Gespür für die Bedeutung dieses Themas aktiv wurde und den Bürgermeister aufforderte, unverzüglich aktiv zu werden. Zunächst im Rahmen einer Anfrage und später mit einem Antrag. Von den Stadtverordneten kamen konkrete Vorschläge und Initiativen, die den Weg zur Wiedereröffnung aufzeigten. Erst als diese mehrfach nachdrücklich eingefordert wurden, kam zu Beginn des Jahres 2023 Bewegung in die Sache. Zuvor hatte es über einen Zeitraum von einem halben Jahr ergebnislose Gespräche ohne konkrete Fortschritte gegeben. Die Beratungsfolge und die wiederholten Nachfragen aus allen Fraktionen geben hierzu in den Protokollen entsprechende Aufschlüsse", so die FWG.

Und weiter: "Ein weiterer wesentlicher Grund für den Stillstand war in den vergangenen Monaten eine fehlende Haftpflichtversicherung. Eigentlich sollte bereits zum Jahresbeginn 2025 die Kirche wieder geöffnet werden. Über Monate hinweg blieb die Kirche jedoch trotz provisorischer Sicherung geschlossen, weil die Stadt es nicht schaffte, eine entsprechende Versicherung abzuschließen. Alle diese Punkte gilt es aus Sicht der FWG Büdingen objektiv zu reflektieren. Die CDU verschweigt in ihrer Mitteilung viele dieser wesentlichen Aspekte. Mit dem Bild vom 'langen Atem des Bürgermeisters' wird ironischerweise allerdings zutreffend beschrieben, dass der Bürgermeister in zentralen Fragen immer wieder von außen zum Handeln gebracht werden muss. Er ist kein Taktgeber – und seine fehlende Handlungsfreude sorgt immer wieder für Kritik. Richtig ist im Fall der Remigiuskirche: Die entscheidenden Impulse kamen bereits kurz nach der Schließung von der Stadtverordnetenversammlung, Magistrat und Verwaltung. Die Wiedereröffnung der Remigiuskirche ist deshalb ein Erfolg aller Beteiligten – nicht das Verdienst einer Einzelperson. Wer jetzt versucht, aus einer dreijährigen Schließung ein Beispiel für „Takt und Gespür“ zu machen, zeichnet ein Zerrbild der Realität. Ehrlichkeit gegenüber den Bürgern bedeutet, die tatsächlichen Ursachen zu benennen und anzuerkennen, dass gemeinsames Handeln den Unterschied gemacht und es selbstkritisch betrachtet, dennoch viel zu lange gedauert hat."

 



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