Wilfried Mogk kann überraschen. In der Interviewserie der Bürgermeister zur Landesgartenschau 2027 (LGS) erklärte der Echzeller Amtsinhaber: “Wir wollen einen familienfreundlichen Radweg schaffen, der schotterfrei und ohne Anstieg von Echzell nach Nidda führt.“
Bürgermeisterkandidatin Christa Degkwitz sieht das nüchterner. Sie kennt die Widerstände und Probleme, die einer schnellen Realisierung des Vorhabens binnen zwei Jahren im Weg stehen. Sie hatte zu einer Radtour von Echzell nach Bad Salzhausen und zurück eingeladen, um genau darüber zu informieren.
25 Leute kamen, um mitzufahren. Von Echzell ging es über den Promenadenweg nach Bisses. Hinter Bisses der erste Info-Stopp. Die Planungen von Gemeinde und Kreis sehen vor: Radwegbau als Verlängerung des Weges hinter dem Altenheim Bisses bis zur A45. Dann weiter zur Autobahn- Unterquerung der Kreisstraße Richtung Grund-Schwalheim. Danach soll ein Weg links der Straße bis zum Abzweig des Wirtschaftswegs Richtung Häuserhof/Ober-Widdersheim entstehen. „Der Kreis aber“, so Degkwitz, „hat für 2025/26 nur Planungskosten im Haushalt stehen. Außerdem ist von hohem Abstimmungsaufwand die Rede, ein Stück geht durch ein Naturschutzgebiet. So wird das aber nichts. Stattdessen bräuchte es zügiges, entschlossenes und unkonventionelles Handeln.“ Von den Teilnehmern der Radtour wurde als mögliche Alternative der sehr breite Graswegstreifen rechts der Kreisstraße von Bisses zur Unterführung ins Spiel gebracht.
Richtung Ober-Widdersheim muss die Bahn überquert werden. Eine übersichtliche Stelle, aber immer auch eine mit Gefahren. Es folgt eine schlechtere Wegstrecke zur B455. Deren Überquerung ist der nächste neuralgische Punkt. Wie sähen Verbesserungen aus? Deutlicher Hinweis auf den Bahnübergang, Ausbau der schlechten Wegstrecke, Tempo 70 auf der B455, so wie auf der B275 zwischen Hirzenhain und Gedern, wo der Vulkanradweg kreuzt.
In Ober-Widdersheim stieß Christoph Winterberg vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) zur Gruppe. Er kam mit einem E-Lastenrad des VCD. Zusammen mit Land-Erlebnis-Wochen Wetterau stellt der VCD es ab 15.04. dem Bingenheimer Naturkostladen Allerleirauh zur Verfügung. Dort kann es dann ausgeliehen werden. Weiter ging es über Borsdorf mit einem kurzen Stück innerorts auf der B455 nach Bad Salzhausen.
Der Rückweg nach Echzell erfolgte auf der eigentlich kürzeren Strecke über Geiß-Nidda und den Wald. Sie aber ist zum großen Teil unbefestigt und hat Anstiege. Innerhalb von Echzell fielen zwei Drängelgitter auf Straßen und Wegen unangenehm auf. „Nicht mehr zeitgemäß“, so eine Teilnehmerin. „Ein Lastenrad z.B. kommt da nicht durch. Poller wären hier besser.“
Fazit von Christa Degkwitz: „Soll es noch was werden mit dem „familienfreundlichen Radweg“ bis zur LGS, dann müssen jetzt alle Register gezogen werden. Dazu sollte gehören, das Thema auf die Tagesordnung des Runden Tisches zur LGS zu setzen. Dort sitzen alle Akteure, die Kommunen, der Kreis, das Land. Der Druck von dort könnte die Bewegung bringen, die bislang noch fehlt.“


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