MIT Wetterau, Wirtschaftsgespräch IHK Gießen-Friedberg

Friedberg
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Die aktuellen Herausforderungen für die Wirtschaft in der Wetterau sind vielfältig: Unternehmen leiden unter überbordender Bürokratie, einem gravierenden Fachkräftemangel, gestiegenen Kosten und Unsicherheiten bezüglich künftiger Investitionen.

Viele heimische Unternehmen sind von Liquiditätsproblemen betroffen und sehen sich durch komplizierte Regelungen wie das europäische und nationale Lieferkettengesetz zusätzlich belastet. Die Veranstaltung der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Wetterau mit einem spannenden Impulsvortrag von Dr. Matthias Leder, Hauptgeschäftsführer der IHK Gießen-Friedberg, griff diese Themen pointiert auf. Die rege Beteiligung auch zahlreicher Wetterauer Unternehmerinnen und Unternehmer aus unterschiedlichen Sektoren – von der Zulieferbranche über das Speditionswesen bis zum Dienstleistungsbereich – spiegelte den großen Handlungsdruck wider. Dr. Leder betonte: „Deutschland braucht jetzt dringend mutige Reformen, um die wirtschaftliche Dynamik wieder zu entfalten. Das Verbot von Verbrennermotoren ab 2035 muss fallen! In der Verbrennerautotechnologie ist Deutschland Weltmarktführer. Wenn man die deutsche Wirtschaft, deren Rückgrat die Automobilindustrie und deren Zuliefererindustrie ist, ruinieren will, dann muss man nur mit dem Verbrenner-Aus weitermachen.

Denn mit welcher anderen Technologie wollen wir dann noch international bestehen? Nur mit besseren Rahmenbedingungen wie zum Beispiel deutlich niedrigeren Unternehmenssteuern und deutlich niedrigeren Energiepreisen können wir Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft auch in Zukunft sichern.“ Auch Birgit Weckler, Vorsitzende der MIT Wetterau, machte deutlich: „Deutschland ist seit jeher ein Land der innovativen Köpfe. Wir brauchen mehr Raum für unternehmerische Freiheit und weniger Regulierung. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels können wir es uns nicht leisten, Arbeitskräfte durch komplizierte Vorgaben zu binden, statt sie produktiv einzusetzen. Hierfür ist das erste Bürokratieabbaugesetz in Hessen ein erster Schritt in die richtige Richtung, aber weitere tiefgreifende Maßnahmen zur Senkung der Steuer- und Abgabenlast, die Modernisierung des Arbeitsmarkts und schnellere Genehmigungsverfahren sind dringend erforderlich um den Wirtschaftsstandort fit für die Zukunft zu halten“. Angemahnt wurden außerdem die Reform des Sozialstaats mit Reduktion der Leistungen auf ein realistisches und finanzierbares Maß, die vereinfachte Anerkennung von im Ausland absolvierten Ausbildungen, z.B. bei LKW- Fahrern, und der Abbau von Meldepflichten.

Dabei war den Teilnehmenden wichtig, dass künftige Reformen das sogenannte Abstandsgebot und das Leistungsprinzip stärker berücksichtigen, so dass jemand, der arbeitet, am Ende spürbar mehr Geld zur Verfügung hat als jemand, der staatliche Leistungen erhält. In der lebendigen Diskussion, die in Niddatal in den frisch renovierten Räumlichkeiten der ehemaligen Klosteranlage in Ilbenstadt stattfand, bestand Konsens: damit der Mittelstand seine wichtige Rolle als Motor für die wirtschaftliche Trendwende erfüllen kann, bedarf es ambitionierter struktureller Reformen, um Unternehmen spürbar zu entlasten und wettbewerbsfähigere Rahmenbedingungen für die heimische Wirtschaft zu schaffen.



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