Nach dreieinhalb Wochen intensiver Begegnungen zieht der Hessische Rundfunk ein rundum positives Fazit: Die Pop-up-Redaktion der hessenschau in Friedberg hat gezeigt, wie Nähe und Dialog Vertrauen schaffen. Die Ergebnisse teilt die hessenschau jetzt mit den Friedbergerinnen und Friedbergern.
„Es ist schön zu sehen, dass die Idee funktioniert hat - wir haben einen Ort geschaffen, an dem die Menschen miteinander und mit uns als Hessischer Rundfunk ins Gespräch kommen", zog hr-Intendant Florian Hager zum Abschluss Bilanz. Auch Programmdirektorin Julia Krittian zeigte sich sehr zufrieden: „Wir haben in diesen Tagen gespürt, wie viel Vertrauen entsteht, wenn wir einfach nur zuhören und uns zeigen. Diese Nähe ist durch nichts zu ersetzen – sie ist die Grundlage für glaubwürdigen Journalismus und wir freuen uns auf viele weitere solcher Begegnungen.”
Inzwischen sind alle 1.305 Ideen, Anmerkungen und Kommentare von der großen Pinwand der Pop-up-Redaktion ausgewertet. Diese Ergebnisse teile die hessenschau gerne mit anderen, sagte der Leiter der Programmbereichs Hesseninformation, Frank van Bebber, am Mittwoch. Dazu gebe es bereits Kontakte. „Wir freuen uns, dass wir einen Dialog angestoßen haben, den auch andere aufgreifen und fortführen.“
„Wir haben 500 Gespräche geführt”
Die hessenschau-Redaktion hatte unter dem Motto „Sag uns, was dich bewegt“ vom 18. September bis 11. Oktober ihre Türen mitten auf der Kaiserstraße geöffnet – und lud Passantinnen und Passanten in einem Ladenlokal ein, Fragen zu stellen, Kritik zu äußern und eigene Themen einzubringen. „Wir haben rund 500 längere Gespräche geführt“, sagt Frank van Bebber.
Während der dreieinhalb Wochen kamen Schulklassen, Initiativen, Vereine und viele Passantinnen und Passanten in die Pop-up-Redaktion. Auf einer Wand voller bunter Zettel sammelten sich Anregungen – Lob, Kritik und Wünsche zum Programm, aber vor allem konkrete Themen aus Friedberg und der Region. Besonders häufig genannt wurden der Wunsch nach einem Kino, mehr Barrierefreiheit am Bahnhof und bessere Radwege. Auch soziale Fragen – etwa die Sorge um das Leben mit niedriger Rente – fanden Raum. Zum Abschluss nahm Friedbergs Bürgermeister Kjetil Dahlhaus die Pinnwand mit den gesammelten Anliegen persönlich in Augenschein: „Ich nehme wahnsinnig viel mit. Die Zettel zeigen Themen, die vielen Menschen wichtig sind – nicht nur den lautesten Stimmen.“
„Wir kommen zu den Menschen – nicht umgekehrt“
Montags bis samstags arbeiteten hr-Redakteurinnen und -Redakteure aus Fernsehen, Radio, Online und Social Media in der Pop-up-Redaktion. Zu Gast waren unter anderem hessenschau-Moderatorin Kristin Gesang, Wetterexperte Thomas Ranft, die Teams von „Verurteilt!“, „FUSSBALL2000“ und „Deutschrap Ideal“ sowie hr-Programmdirektorin Julia Krittian. Auch Social-Media-Formate wie der TikTok-Kanal der hessenschau produzierten direkt vor Ort. „Wir kommen zu den Menschen – nicht umgekehrt“, hatte van Bebber zum Start betont. „Im Mittelpunkt stehen die Menschen mit ihren Themen.“
Fortsetzung geplant
Die Pop-up-Redaktion war ein Pilotprojekt im Rahmen der Dialogoffensive des hr. Die Erfahrungen und Ergebnisse aus Friedberg werden nun ausgewertet. Auch in der Berichterstattung in Fernsehen, Radio und Online sollen die Themen aus Friedberg weiter eine Rolle spielen. Das Studio Gießen bleibt naher Ansprechpartner für Themen der Wetterau. „Das machen wir sicher wieder“, kündigte van Bebber an. Wo die nächste Pop-up-Redaktion stattfindet, steht noch nicht fest – klar ist aber: Der hr bleibt nah dran an den Menschen – in Friedberg, in der Wetterau und überall in Hessen.

Die Wand der Pop-up-Redaktion mit Zetteln voller Anregungen, Ideen und Wünsche. Bild © hr/hessenschau.de
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