Rund 300 Kinder und Jugendliche beim ersten Demokratietag in Friedberg

Demokratietag „Mein Wort – meine Stimme – meine Stadt“

Friedberg
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Mit dem Demokratietag „Mein Wort – meine Stimme – meine Stadt“ setzte Friedberg am 9. März 2026 ein deutliches Zeichen für demokratische Bildung, Beteiligung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Rund 300 Kinder und Jugendliche aus Friedberger Kitas und Schulen erlebten Demokratie dort, wo sie konkret erfahrbar wird: in ihrer Stadt. Der Demokratietag fand ganztägig in der Stadthalle Friedberg statt und richtete sich an alle Altersgruppen vom Kindergarten bis zur Oberstufe. In Workshops, Abstimmungen, Gesprächsrunden, kreativen Formaten und einer öffentlichen Abschlussveranstaltung setzten sich die Teilnehmenden mit der zentralen Leitfrage auseinander: „Was ist Demokratie – in meiner Stadt?“

Kommunalpolitik gilt als „Keimzelle der Demokratie“: Entscheidungen betreffen den unmittelbaren Lebensraum, Beteiligung ist direkt erfahrbar, politische Prozesse sind transparent. Der Demokratietag griff diesen Kontext bewusst auf und vermittelte Kindern und Jugendlichen, wie demokratische Mitbestimmung funktioniert, warum ihre Stimme zählt und wie sie ihre Stadt aktiv mitgestalten können.
Dabei stand nicht theoretisches Wissen im Vordergrund, sondern das aktive Erleben demokratischer Prozesse. Die Teilnehmenden entwickelten eigene Ideen, entschieden, stimmten ab, diskutierten und hinterließen sichtbare und konkrete Spuren – auf Feedback-Wänden, in Statements, Abstimmungsergebnissen, Stimmen-Collage, Spielgeräteauswahlen, Modellbauten für den Spielplatz auf der Seewiese sowie dem Erholungsgebiet Seewiese.

Altersgerechte Lerninhalte und vielfältige Bildungsformate

Die Lerninhalte des Demokratietags waren konsequent altersgerecht aufgebaut und orientierten sich an der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen:
Kindergartenkinder erlebten erste demokratische Abläufe durch Geschichten, Gespräche über Fairness und Zuhören sowie symbolische Abstimmungen.
Grundschulkinder beschäftigten sich mit Kinderrechten, Beteiligung und Verantwortung, etwa durch die Wahl eines Kinder-Bürgermeisters und die Auseinandersetzung mit Entscheidungen im städtischen Alltag.
Jugendliche der Sekundarstufe I erhielten Einblicke in kommunale Entscheidungsstrukturen, lernten die Gremienform kennen und setzten sich mit Beteiligungsmöglichkeiten auseinander.
Schülerinnen und Schüler der Oberstufe reflektierten Demokratie, Verantwortung und Engagement in vertiefenden Diskussionsformaten, Talkrunden, Podiumsgesprächen und Workshops.
Ein besonderer Akzent lag auf der Verbindung von Demokratie, Medien und Meinungsbildung. Der Hessische Rundfunk brachte seine journalistische und medienpädagogische Perspektive mit einem Vortrag zur Wirkung von Satire in demokratischen Gesellschaften ein.

Bildungspartner bringen fachliche Tiefe und Perspektive ein

Inhaltlich wurde der Demokratietag durch renommierte Bildungspartner begleitet. Die Hessische Landeszentrale für politische Bildung, Demokratie leben (Wetteraukreis) sowie die Stadtbibliothek unterstützten das Projekt mit fachlicher Expertise, Informations- und Gesprächsangeboten und einem Büchertisch. Das Demokratiezentrum Hessen brachte in der Planungsphase bereits wissenschaftliche und praxisnahe Perspektiven zur Demokratieförderung ein und stärkte die inhaltliche Qualität des Projekts. Das Evangelische Dekanat Wetterau beteiligt sich als Bildungspartner mit pädagogischem Fokus und gesellschaftlicher Perspektive. Diese Zusammenarbeit sorgte dafür, dass der Demokratietag nicht nur ein einmaliges Erlebnis ist, sondern fachlich fundiert, vielfältig und anschlussfähig an schulische und außerschulische Bildungsarbeit bleibt.

Jugendrat Friedberg als Veranstalter – Beteiligung auf Augenhöhe

Eine besondere Rolle nahm der Jugendrat Friedberg ein, der als Veranstalter den Demokratietag getragen hat. Dass ein vergleichsweise junges Gremium diese Verantwortung übernahm, ist ein starkes Signal für gelebte Jugendbeteiligung. Der Jugendrat ist in Friedberg noch ein relativ neues Instrument demokratischer Mitwirkung.

Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der Herausforderung, junge Menschen dauerhaft für demokratische Prozesse zu gewinnen, ist der Jugendrat ein zentrales Bindeglied zwischen Jugend und Kommunalpolitik. Der Demokratietag machte diese Rolle sichtbar, stärkt sie inhaltlich und zeigte, dass Beteiligung auf Augenhöhe möglich und wirksam ist.

Es geht weiter! Nachhaltigkeit, Dokumentation, Ausweitung und wissenschaftliche Begleitung
Der Demokratietag wurde bewusst als Pilotprojekt mit langfristiger Perspektive konzipiert. Die Wirkung endet nicht mit dem Veranstaltungstag. Die Ergebnisse werden systematisch dokumentiert und ausgewertet.
Diese Auswertung bildet die Grundlage für die nachhaltige Weiterentwicklung des Konzepts. Ziel ist es, den Demokratietag regelmäßig in Friedberg durchzuführen und das entwickelte Modell auch auf andere hessische Kommunen zu übertragen.

Interessierte Kommunen können sich dazu direkt an Christine Diegel per Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! wenden. Ebenso Schulen und Kindergärten, die sich für den nächsten Demokratietag (Termin steht noch nicht fest) vormerken lassen möchten.

Breites Bündnis für Demokratie in Friedberg

Initiiert wurde der Demokratietag als unabhängige, private Initiative von Christine Diegel, Erste Stadträtin in Friedberg, die das Projekt konzipiert und angestoßen hat. Veranstalter war der Jugendrat Friedberg, unterstützt von einem breiten Netzwerk aus Förderern, Bildungs- und Netzwerkpartnern:

Sponsoren / Förderer
· Gemeinnützige Hertie-Stiftung
· Christine Diegel
· Wetteraukreis aus dem Programm „Demokratie leben“! des Bundesfamilienministeriums, kofinanziert vom Land Hessen
· Stadt Friedberg (Hessen)
· Familie Bernd und Sabine Ulrich – Friedberg
· Konzertbüro Bahl
· Sparkasse Oberhessen

Bildungs-/Netzwerkpartner
· Hessische Landeszentrale für politische Bildung
· Demokratiezentrum Hessen
· Hessischer Rundfunk
· Evangelisches Dekanat Wetterau
· Kinderfarm Jimbala
· Hollmann Völker
· Stadtmarketing Friedberg e. V.
· Stadtbibliothek Friedberg (Hessen)

Aktiv eingebracht haben sich die Kindergartenkinder des Kinderhaus im Campus durch die umfassende Vorbereitung auf den Demokratietag, insbesondere durch den Modellbau ihres gewünschten Spielplatzes auf der Seewiese. Die Johann-Philipp-Reis-Schule stellte in einem Workshop ihr schulisches Format einer Podiumsdiskussion und die Montessori Sekundarschule Wetterau das Format Talkrunde vor.

Öffentliche Abschlussveranstaltung: Alle Interessierten waren eingeladen, die Stimmen der Kinder und Jugendlichen zu hören

Der Demokratietag endete am Nachmittag mit einer öffentlichen Abschlussveranstaltung, zu der eine große Anzahl an Interessierten aus Friedberg und der Region kamen – Eltern, Familien, pädagogische Fachkräfte, Engagierte aus Politik und Zivilgesellschaft. Im Rahmen der Abschlussveranstaltung wurden die Ergebnisse des Demokratietags präsentiert: Statements, Abstimmungen, Entwürfe für einen neuen Spielplatz auf der Seewiese, Modellbauten von Spielplätzen, neugestaltete inklusive Spielgeräte, die Feedback-Wand sowie Collagen, in denen Kinder und Jugendliche ihre Sicht auf Demokratie und die Wünsche in ihrer Stadt zum Ausdruck brachten. Die Ergebnisse wurden offiziell in einer Schatztruhe an den Jugendrat Friedberg übergeben. Dieser wird die Ergebnisse in seine Vorlagen für die Stadtverordnetenversammlung sowie in Beschlüsse einbringen.

Der Demokratietag wurde von zahlreichen Helferinnen und Helfern aus Kitas, Schulen, Stadtverwaltung, Jugendpflege und Ehrenamt unterstützt. Ihr Engagement machte es möglich, dass Kinder und Jugendliche Demokratie nicht nur theoretisch kennenlernen, sondern aktiv erleben konnten. Der Demokratietag wurde so zu einem Gemeinschaftsprojekt der Friedberger Stadtgesellschaft. „Demokratie lebt davon, dass möglichst viele mitmachen. Der Demokratietag zeigt Kindern und Jugendlichen, dass ihre Stimme zählt und sie ihre Stadt aktiv mitgestalten können“, so Initiatorin Christine Diegel.

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