Das denkmalgeschützte Pächterhaus des ehemaligen Klosters in Niddatal-Ilbenstadt wird saniert. Dank einer großzügigen Förderung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) und der Mittel der Lotterie GlücksSpirale von LOTTO Hessen kann das historische Bauwerk umfassend instandgesetzt werden. Die OEKOGENO SWH eG setzt sich dabei für die Erhaltung des kulturellen Erbes und die nachhaltige Entwicklung des Klosterareals ein, auf dem ein inklusives Mehrgenerationen-Wohnprojekt entsteht.
In Niddatal-Ilbenstadt, rund 25 Kilometer nordöstlich von Frankfurt, entsteht auf dem dortigen Klosterareal ein genossenschaftlich organisiertes, inklusives Mehrgenerationen-Wohnprojekt mit mindestens 31 Wohneinheiten der OEKOGENO SWH eG. Zielgruppe sind Familien mit Kindern, Seniorinnen und Senioren, Single-Haushalte oder Paare. Besonderer Wert wird dabei auf die Inklusion von Menschen mit Behinderung gelegt. Baubeginn war im Sommer 2023.
Das Dach des Pächterhauses wird saniert
An der Sanierung des Pächterhauses des ehemaligen Klosters in Ilbenstadt beteiligt sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale von LOTTO Hessen mit 110.000 Euro. Den dazugehörigen symbolischen Fördervertrag für die Dachsanierung überbrachte jetzt bei einem Pressetermin vor Ort Werner Völler, Ortskurator Frankfurt der DSD, im Beisein von Andreas Bickler von LOTTO Hessen an András Kaiser von der OEKOGENO SWH eG. Das Denkmal ist eines der über 260 Projekte, die die DSD dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der GlücksSpirale allein in Hessen fördern konnte. „Der Erhalt von Denkmälern und die Nutzung von Materialien, die über die Jahrhunderte ihre Aufgabe und Funktion leisten, ist ein großer Nachhaltigkeitsbeitrag in unserer Zeit“, sagt Werner Völler von der DSD.
„Mit jeder Kachel, jedem Stein und Balken, der so erhalten bleibt, erhalten wir auch ein Stück Hessen. Dafür braucht es einen langen Atem und viel Expertise, ebenso wie die notwendigen finanziellen Mittel. Deshalb freue ich mich, dass Lottogelder der GlücksSpirale und Spenden der DSD erneut bei der Sanierung im ehemaligen Kloster Ilbenstadt helfen – das ist ein Gewinn für die Menschen in der Region“, ergänzt Andreas Bickler von LOTTO Hessen. Bereits im Frühjahr 2023 hatten die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und Hessens Lotteriegesellschaft die Bauarbeiten in Ilbenstadt mit einer sechsstelligen Summe unterstützt, damals am alten Kutscherhaus.
Der genossenschaftliche Neubau fügt sich harmonisch in das historische Gebäudeensemble unmittelbar neben dem denkmalgeschützten Wetterauer Dom ein. Die Bestandsgebäude sind als zentrale Elemente in das ganzheitliche Konzept eingebunden. „Wir sind sehr dankbar für die großzügige Unterstützung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die GlücksSpirale. Diese Förderung ermöglicht es uns, das historische Pächterhaus fachgerecht zu sanieren und so das kulturelle Erbe der Region zu bewahren. Gleichzeitig schaffen wir auf dem Klosterareal Raum für ein inklusives Wohnprojekt, das Familien, Senioren und Menschen mit Behinderung eine neue Heimat bieten wird. Die Erhaltung dieses einzigartigen Baudenkmals ist ein wichtiger Schritt für die Zukunft der gesamten Gemeinschaft“, ergänzt András Kaiser, Vorstand der OEKOGENO SWH eG. Historische Einordnung des Objekts: ehemaliges Prämonstratenserkloster Ilbenstadt Das Areal des ehemaligen Prämonstratenserklosters Ilbenstadt liegt in der Wetterau auf einem Bergrücken. Das Kloster wurde 1123 von Gottfried von Kappenberg und seinem Bruder Otto als Buße für die Zerstörung des Doms zu Münster gestiftet. Der Männerkonvent befand sich in Ober-Ilbenstadt, ein Frauenkloster in Nieder-Ilbenstadt.
Herzstück der Anlage ist die 1139 erstmalig erwähnte romanische einstige Klosterkirche St. Maria, St. Petrus und St. Paulus, in der die Stifter beigesetzt wurden. Im Zug der Säkularisation wurde das Kloster aufgelöst und fiel zunächst an die Grafen von Altleiningen-Westerburg, die es 1921 an das Land Hessen verkauften. Das einstige Prämonstratenserkloster besitzt besondere landschaftsprägende und historische Bedeutung. Die Gesamtanlage mit Basilika, Klosterbauten, Tor und Ökonomiebauten ist in ihren Funktionszusammenhängen ein wichtiges Zeugnis der Klosterwirtschaft. Der Wirtschaftshof mit den Ökonomiegebäuden liegt im westlichen Klosterbezirk und wurde zu Beginn des 18. Jahrhundert erbaut. Teil des Wirtschaftshofes sind zwei im Winkel zueinander errichtete massive, zweigeschossige Bauten: das Pächterhaus und das Kutscherhaus mit Remise im Erdgeschoss und Wohnmöglichkeiten im Obergeschoss. Im Pächterhaus sind Dachbereiche durch Feuchtigkeit geschädigt und verformt. Wesentliche Schäden sind im Bereich der Holzkonstruktion des Dachstuhls und der damit konstruktiv verbundenen Decken zu beheben. Die historischen Sandsteingewände sanden ab und sind teilweise ausgebrochen. Der Bestandsputz hat Hohllagen und Abplatzungen. Die Bestandsfenster mit Einfachverglasung sind unterschiedlich geschädigt.

Übergabe der Förderung im Pächterhaus mit (von links) Andreas Bickler (LOTTO Hessen), András Kaiser (OEKOGENO SWH eG) und Werner Völler (Deutsche Stiftung Denkmalschutz). Foto: LOTTO Hessen

Ansicht Pächterhaus Kloster Ilbenstadt. Foto: LOTTO Hessen
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