Die Freien Wähler Reichelsheim sprechen sich klar gegen eine vorschnelle Entscheidung über einen möglichen Austritt der Stadt aus dem Tierheimverbund Wetterau aus. Fraktionsvorsitzender Cenk Gönül kritisiert die von der Bürgermeisterin (SPD) in der Presse angekündigte Kündigung der Mitgliedschaft im Tierheim Wetterau und fordert eine umfassende Beratung im zuständigen Ausschuss.
„Wir werden keiner Hauruck-Entscheidung zustimmen", stellt Gönül klar. „Reichelsheim und viele andere Kommunen haben sich jahrzehntelang einen schlanken Fuß gemacht und sich mit minimalen Beiträgen aus der Verantwortung gezogen. Für den symbolischen Euro pro Einwohner hat man sich bequem freigekauft – doch jetzt, wo Investitionen anstehen, soll die Solidarität plötzlich nichts mehr wert sein? Das machen wir nicht mit."
Seit 1991 Mitglied im Tierheimverbund
Reichelsheim ist seit 1991 Mitglied im Tierheimverbund Wetterau.
„Seit mehr als drei Jahrzehnten profitieren wir von dieser solidarischen Struktur – und jetzt, wo ein Neubau notwendig wird, einfach auszusteigen, wäre nicht nur unsolidarisch, sondern auch historisch inkonsequent", betont Gönül.
Ausschussberatung statt Schnellschuss
Die Freien Wähler fordern, dass das Thema zunächst im Ausschuss ausführlich beraten wird – mit vollständigen Fakten, Zahlen und Perspektiven. Dazu soll auch der Vorstand des Tierheims Wetterau e.V. eingeladen werden. „Wir wollen von den Verantwortlichen des Tierheims selbst hören, wie ihre Lage ist, welche Investitionen notwendig sind und wie der Neubau geplant ist", so Gönül. „Ohne diese Informationen abzutauchen und aus dem Verbund auszusteigen, wäre politisch unverantwortlich."
Mögliche Kettenreaktion: Gefahr für das gesamte Tierheim Wetterau
Die Freien Wähler warnen ausdrücklich vor den Folgen eines Reichelsheimer Alleinganges: „Wir müssen uns vor Augen halten, dass ein Austritt Reichelsheims eine Kettenreaktion auslösen kann", erklärt Gönül. „Wenn wir aussteigen, könnten andere Kommunen nachziehen – und dann steht das Tierheim Wetterau insgesamt vor dem Aus. Das wäre eine Vollkatastrophe und ein massiver Schaden für den Tierschutz in der gesamten Wetterau." Der Neubau des Tierheims sei nur zu stemmen, wenn die kommunale Solidargemeinschaft zusammenhalte. „Ein Auseinanderbrechen wäre nicht nur finanziell, sondern auch organisatorisch ein Desaster. Dann stünde der Kreis ohne funktionierende Aufnahmestrukturen da."
Appell an die Bürgermeisterin und die SPD
Die Freien Wähler fordern Bürgermeisterin Lena Herget (SPD) auf, die Debatte nicht über die Presse zu führen, sondern transparent und respektvoll im Parlament: „Es geht hier nicht um Parteipolitik, sondern um eine Pflichtaufgabe im Tierschutz, um Glaubwürdigkeit und um Verantwortung gegenüber den anderen Kommunen. Eine Entscheidung, die 22 Kommunen betrifft, darf nicht im Alleingang vorbereitet werden", kritisiert Gönül.
Solidarität statt Rückzug
Die Freien Wähler betonen: Ein funktionierender Tierschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Der mögliche Reichelsheimer Anteil von rund 300.000 Euro am Neubau sei keine unverhältnismäßige Belastung, sondern Ausdruck einer Verantwortung, die man über Jahrzehnte ignoriert habe. Gönül: „Andere Kommunen – gerade kleinere – verlassen sich darauf, dass Reichelsheim die Solidarität nicht aufkündigt. Ein Austritt wäre ein Bruch dieser gemeinsamen Verantwortung."
Elisabethenhof stärken – ja, aber nicht als Flucht aus Verantwortung
Gleichzeitig unterstützen die Freien Wähler die wertvolle Arbeit des Elisabethenhofs in Dorn-Assenheim. „Wir wollen den Elisabethenhof stärken – aber nicht als moralisches Feigenblatt, um uns aus einer jahrzehntelang gewachsenen Verbundlösung zu verabschieden. Beides ist möglich: lokale Unterstützung und regionale Solidarität", betont Gönül.
Appell auch an die anderen Kommunen
Die Freien Wähler richten ihren Blick auch über Reichelsheim hinaus: „Wir rufen die anderen Kommunen im Wetteraukreis auf, Verantwortung zu übernehmen und jetzt nicht aus Angst vor Investitionen wegzulaufen. Wenn wir anfangen, den Verbund auseinanderzureißen, schaden wir dem Tierschutz im ganzen Kreis – und am Ende zahlen wir alle mehr."
„Wir Freie Wähler Reichelsheim stehen für Transparenz, Sachlichkeit und Solidarität", fasst Gönül zusammen. „Wir fordern eine offene Debatte im Ausschuss, klare Zahlen und Fakten, und keine überhasteten Entscheidungen. Tierschutz ist eine Pflichtaufgabe – und diese Verantwortung kann man nicht kündigen."
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