Im September beschloss der Kreistag einen Zuschuss von 1 Mio. € am Neubau des Tierheims Wetterau. Bei damals geschätzten Gesamtkosten von ca. 8 Mio. €. Bedingung: Die Gesamtfinanzierung durch die am Tierheim beteiligten Kommunen müsse stehen. Kurze Zeit später begann eine andere Diskussion. Reichelsheims Bürgermeisterin Herget trieb den Austritt ihrer Stadt aus dem Solidarverbund der Kommunen voran. Der Magistrat in Friedberg folgte. In Bad Nauheim und vermutlich auch woanders werden Austrittsgedanken gehegt. Damit droht dem Tierheim Wetterau das endgültige Aus. Immer wieder zu hörender Kritikpunkt: Der Neubau sei zu teuer.
In dieser Situation wollen die GRÜNEN im Kreistag einen anderen Weg gehen. Sie schlagen vor, den Beschluss vom September zu revidieren und die Beteiligung des Kreises auf die Hälfte der Gesamtkosten zu erhöhen. Marcus Stadler, Fraktionsmitglied und selbst Tierfreund, erläutert die Beweggründe: "Wir sehen, dass das Solidarmodell von Kommunen und Kreis mit der angedachten Kostenverteilung zusehends bröckelt. Wenn wir jetzt nicht aktiv gegensteuern, bekommt das Modell schnell irreparablen Schaden, was schlimmstenfalls zum Ende des Tierheims führen kann. Wenn die Kommunen eine wichtige überörtliche Aufgabe gemeinsam nicht mehr stemmen können oder wollen, schlägt nach unserer Auffassung die Stunde des Kreises. Wenn Gefahr im Verzug ist, sollte man sich nicht hinter Zuständigkeiten verstecken. Dann ist entschlossenes Handeln gefragt. Genau das will unser inzwischen eingereichter Antrag im Kreistag."
Stadler führt aus: „Die den Kreisen und Kommunen avisierten Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes bieten aktuell eine Chance, die wir dazu nutzen wollen. Sie sollen ja vorrangig für Investitionen stark sanierungsbedürftiger Infrastruktur mit übergeordnetem Gemeinwohlinteresse genutzt werden - nichts anderes stellt das Tierheim des Wetteraukreises in Rödgen dar. Laut Informationen des Landes vom Dezember bekommt der Kreis gut 51 Mio. € aus dem Sondervermögen - in einer ersten Tranche. Damit lässt sich eine höhere Beteiligung des Kreises am Tierheimneubau leicht realisieren.“ Mit ihrem Vorschlag, den Kreis zur Hälfte an den Kosten zu beteiligen, wollen die GRÜNEN die Investitionsbeteiligung der Kommunen deutlich senken. So sollen die beteiligten Kommunen, trotzangespannter Haushaltslage, weiterhin ihrer Verantwortung in der Solidargemeinschaft gerecht werden können. Dem Argument zu hoher Kostenschätzungen wollen die GRÜNEN begegnen, indem sie vorschlagen, dem Hochbauamt des Kreises eine Kontrollfunktion im Planungs- und Umsetzungsprozessen der Neubaumaßnahme zukommen zu lassen.
In erster Linie wollen die GRÜNEN aber im Sinne der Tiere und der betroffenen Akteure die Diskussion wieder in eine positive Richtung drehen. Weg von Austritten und Existenzsorgen, hin zu einem „Zusammen kriegen wir das hin”. Stadler erklärt: „Wir wollen erreichen, dass Austrittsgedanken überdacht werden, da sie sich in einem neuen Kostenmodell weniger rechnen. Mit einer höheren Kreisbeteiligung wollen wir das Blatt wenden. Wir würden uns freuen, wenn die anderen Fraktionen unseren Vorschlag als konstruktiven Beitrag betrachten und mit uns in die gewünschte Diskussion einsteigen würden. Wenn am Ende mehr als eine hälftige Beteiligung des Kreises stünde, dann sollte sie es uns wert sein – Hauptsache, alle ziehen zusammen an einem Strang. Das Tierheim Wetterau ist zu retten – der Kreis kann mit einer höheren Beteiligung am geplanten Neubau den entscheidenden Beitrag dazu liefern!“
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